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Paarung und Nachwuchs

Im Mai und Juni beginnt die Paarungszeit und die Bären geben in dieser Zeit ihr Einzelgängerdasein auf. Hat ein Männchen eine passende Partnerin gefunden, so ist für ihn zunächst noch Vorsicht geboten, denn er muss zuerst ihr Vertrauen gewinnen. Da muss er schon einmal einen Prankenhieb einstecken, wenn das weibliche Tier seine Annäherungsversuche nicht akzeptiert. Tut sie es, dann ziehen beide eine Weile gemeinsam durch das Revier bis es zur Paarung kommt. Danach trennen sich ihre Wege und beide halten Ausschau nach potentiellen neuen Partnern. So ist die Chance größer, dass es wirklich zu einer Befruchtung kommt.

Die Natur hat es so eingerichtet, dass sich befruchtete Eizellen erst im Herbst in der Gebärmutter einnisten (solange spricht man von Keimruhe) und sich nur weiterentwickeln, wenn die Bärin schon genügend Gewicht für die Winterruhe angefressen hat. So lässt sich erklären, warum die meisten Jungtiere zur gleichen Zeit, nämlich etwa im Februar, in der Winterhöhle zur Welt kommen. In sehr mageren Jahren können die Eizellen auch schon mal absterben, denn das Überleben der Jungen wäre nicht gewährleistet.

Der Bärennachwuchs wird nach einer Tragzeit von etwa sieben Monaten geboren. Ein Wurf besteht meist aus ein bis drei Jungtieren, die bei der Geburt nur etwa 300 - 400 Gramm wiegen und um die 30 Zentimeter groß sind. Die sehr fetthaltige Milch der Mutter lässt die Bärenjungen schnell wachsen, so dass sie schon nach vier Monaten etwa vier bis fünf Kilogramm wiegen. Die Neugeborenen kommen nackt, blind und zahnlos auf die Welt und sind völlig auf die Mutter angewiesen. Das bleibt auch lange Zeit so, denn sie lernen in den kommenden circa drei Jahren von ihr alles über das Bärenleben. Neugierig erkunden sie ihre Umgebung und machen eigene Erfahrungen. Sie kehren allerdings immer zur Mutter zurück, denn diese stillt sie während der gesamten Aufzucht. Das Muttertier ist in dieser Zeit nicht bereit für neuen Nachwuchs, was paarungswillige Männchen manchmal dazu bringt, die Jungtiere zu töten, um eigenen Nachwuchs zeugen zu können.

Nur etwa die Hälfte des Bärennachwuchses überlebt die ersten drei Jahre. Insbesondere die männlichen Nachkommen werden von der Mutter nach Ende der Aufzucht nachdrücklich vertrieben. Dies dient dem natürlichen Schutz vor Inzucht. Weibliche Nachkommen werden noch eine Weile im Revier akzeptiert.